Kochen: Frühling in der Küche
Kochen verbindet – und erzählt Geschichten. In Zusammenarbeit mit der Heilsarmee geben wir Einblicke in soziale Institutionen und ihre Küchen. Willy Versier, freiwilliger Mitarbeitender im Passantenheim Thun und leidenschaftlicher Koch, zeigt mit einem frühlingshaften Menü aus nachhaltigen Zutaten, wie viel Herz in seiner Arbeit steckt. Die Heilsarmee ist eben mehr als «nur eine Suppenküche». Entdecken Sie zwei köstliche Gerichte, die perfekt zum Frühling passen – und bringen Sie ein Stück davon auf Ihren eigenen Esstisch. Jetzt nachkochen und geniessen!
Vitamin-Boost Suppe für den gelungen Start in den Frühling

Zutaten (für 4 Personen):
Suppe
- 600 g Rüebli
- 1 Schalotte
- 1 TL frischer Ingwer, fein gerieben
- 1 EL Butter
- 6 dl Gemüsebouillon
- ½ TL Salz
- Pfeffer, nach Geschmack
Garnitur
- 1 Rüebli-Streifen
- 2 dl Salzwasser, siedend
- ½ Bund glattblättrige Petersilie
- 1 Bio-Zitrone (Schale)
Zubereitung:
- Rüebli, Schalotte und Ingwer schälen. Rüebli und Schalotte in Scheiben schneiden, Ingwer fein reiben.
- Butter in einer Pfanne erwärmen. Rüebli, Schalotte und Ingwer darin ca. 2 Minuten andämpfen.
- Gemüsebouillon dazu giessen, zugedeckt ca. 15 Minuten weich köcheln. Suppe fein pürieren.
- Rahm knapp steif schlagen. Die Hälfte unter die Suppe rühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Garnitur & Anrichten
- Rüebli schälen und mit dem Sparschäler feine Streifen abschälen. Im siedenden Salzwasser ca. 1 Minute blanchieren, kurz in eiskaltem Wasser abschrecken und abtropfen lassen.
- Petersilie grob schneiden. Suppe anrichten, restlichen Schlagrahm, Rüeblistreifen und Petersilie darauf verteilen. Zitronenschale fein darüber reiben.
Brocki-Tipp:
- Lässt sich gut im Voraus vorbereiten: Die Suppe ohne Rahm bis zu 1 Tag im Voraus zubereiten und zugedeckt im Kühlschrank aufbewahren.
- Vor dem Servieren aufkochen, Rahm unterziehen und frisch garnieren.
- Ob Geschirr, Backutensilien oder frühlingshafte Deko – all das finden Sie bei brocki.ch!
Frühlingsrisotto mit Spargeln, Zitrone & Speck

Zutaten (für 4 Personen)
- 1 kg grüne Spargeln
- Salz
- 60 g Specktranchen
- ½ Zwiebel
- 2 EL Olivenöl
- 200 g Risotto-Reis (z. B. Carnaroli)
- 1 Bio-Zitrone (Schale und Saft)
- 8 dl Gemüsebouillon, heiss
- 40 g Butter
- 60 g Parmesan, fein gerieben
- ½ Bund glattblättrige Petersilie
- Pfeffer
Zubereitung
- Spargeln vorbereiten
Schälen Sie die Spargeln im unteren Drittel und schneiden Sie die Enden frisch ab. Garen Sie sie in kochendem Salzwasser ca. 8 Minuten bissfest. Schrecken Sie die Spargeln in kaltem Wasser ab, lassen Sie sie abtropfen und schneiden Sie sie bis knapp unter die Spitzen in dünne Stücke. Die Spitzen beiseitestellen. - Speck braten
Braten Sie die Specktranchen ohne zusätzliches Fett in einer Bratpfanne knusprig. Lassen Sie sie auf Haushaltspapier abtropfen, auskühlen und brechen Sie sie in Stücke. - Risotto kochen
Hacken Sie die Zwiebel fein. Erwärmen Sie das Olivenöl in einer grossen Pfanne und dünsten Sie die Zwiebel glasig. Geben Sie den Reis dazu und dünsten Sie ihn kurz mit, bis er glasig ist.
Reiben Sie die Zitronenschale fein darüber, pressen Sie die Zitrone aus und löschen Sie den Reis mit dem Zitronensaft ab. Lassen Sie die Flüssigkeit kurz einkochen. - Bouillon einarbeiten
Giessen Sie die heisse Bouillon nach und nach dazu und rühren Sie regelmässig, bis ein cremiges Risotto entsteht. - Verfeinern
Mischen Sie die Spargelstücke, die Butter und gut die Hälfte des Parmesans unter den Risotto. Hacken Sie die Petersilie fein und geben Sie sie dazu. Schmecken Sie den Risotto mit Salz und Pfeffer ab. - Anrichten
Richten Sie den Risotto mit den Spargelspitzen und dem Speck an. Servieren Sie den restlichen Parmesan separat zum Darüber reiben.
Kochen gibt Hoffnung: Willys Geschichte
Wir durften Willy beim Kochen fotografisch begleiten und mit ihm ins Gespräch kommen. Seine Lebensgeschichte ist bewegend und inspirierend.
Viele Jahre war Willy in der Gastronomie tätig: Er arbeitete in Frankreich in einer Showküche, kochte auf Schiffen rund um Thun und Interlaken und war in zahlreichen Restaurants angestellt. Kochen war stets sein Beruf – und seine Leidenschaft.
Nach langer Zeit in einer Wohngemeinschaft in Thun geriet sein Leben unerwartet aus den Fugen. Als sein Mitbewohner, auf den der Mietvertrag lief, über Monate hinweg keine Miete mehr bezahlte, verloren beide ihre Wohnung. Von einem Tag auf den anderen stand Willy auf der Strasse. Trotz Erspartem und intensiver Suche fand er keine neue Unterkunft.
Im vergangenen Winter wurde Willy auf das Passantenheim in Thun aufmerksam. Dort fand er nicht nur ein Dach über dem Kopf und warme Mahlzeiten, sondern auch neue Hoffnung. Seine Leidenschaft fürs Kochen führte ihn schnell zurück an den Herd: Heute unterstützt er die Küche des Passantenheims zweimal pro Woche und versorgt seine Mitbewohner mit frisch zubereiteten Mahlzeiten.
Aktuell ist Willy auf der Suche nach einem festen Arbeitsplatz. Sein Lächeln und seine positive Art hat er trotz dieser herausfordernden Zeit nicht verloren. Wir danken Willy herzlich für seine Offenheit und sein Vertrauen und wünschen ihm für seinen weiteren Weg alles Gute.

Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Nachkochen und einen grossartigen Start in die Frühlingssaison! Alle Koch- und Backutensilien sowie saisonale Dekoration finden Sie in der nächstgelegenen brocki.ch-Filiale!