Wie Secondhand zu sozialer Gerechtigkeit beiträgt – Ein Blick zum Welttag der sozialen Gerechtigkeit
Jedes Jahr erinnert der Welttag der sozialen Gerechtigkeit am 20. Februar daran, wie wichtig gleiche Chancen, faire Lebensbedingungen und gesellschaftlicher Zusammenhalt sind. Die Vereinten Nationen haben diesen Tag im Jahr 2007 als internationalen Gedenktag beschlossen, um weltweit auf soziale Ungleichheit aufmerksam zu machen und darauf, dass wir alle zu einer gerechteren Gesellschaft beitragen können. Was dabei oft vergessen geht, ist, dass sich Soziale Gerechtigkeit nicht nur in Politik und in der Gesetzgebung zeigt, sondern auch im täglichen Konsumverhalten. Secondhand ist dafür ein eindrückliches Beispiel.
Was bedeutet soziale Gerechtigkeit eigentlich?
Soziale Gerechtigkeit bedeutet, dass alle Menschen – unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, finanzieller Situation oder Bildung – gleiche Chancen und faire Lebensbedingungen erhalten. Sie umfasst den gerechten Zugang zu zentralen Ressourcen wie Bildung, Arbeit, Einkommen, Gesundheit und Wohnraum. Gleichzeitig geht es darum, dass Güter, Belastungen und Möglichkeiten gerecht zwischen Gruppen und Individuen einer Gesellschaft verteilt werden und dass alle Menschen an den Entscheidungsprozessen teilhaben können, die diese Verteilung beeinflussen.
Die Umsetzung sozialer Gerechtigkeit ist jedoch komplex und ständig im Wandel. Was als gerecht gilt, hängt immer auch von den Werten und Überzeugungen einer Gesellschaft ab und kann sich über die Zeit verändern. In einer sozial gerechten Gesellschaft hätten alle Menschen vergleichbare Chancen, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten – in der Realität ist soziale Ungleichheit jedoch weiterhin weit verbreitet.
- Ökonomische Gerechtigkeit: Faire Löhne, Zugang zu bezahlbaren Produkten und eine ausgewogene Verteilung materieller Ressourcen, orientiert an Leistung und Bedarf.
- Ökologische & generationenübergreifende Gerechtigkeit: Nachhaltiger Umgang mit Ressourcen, damit heutige und zukünftige Generationen gleich gute Lebensbedingungen haben.
- Gesellschaftliche Teilhabe und Chancengerechtigkeit: Alle Menschen sollen unabhängig von Herkunft, Einkommen oder Bildung die gleichen Chancen auf Bildung, Arbeit und Mitbestimmung haben.
- Bedarfsgerechtigkeit: Grundbedürfnisse wie Wohnen, Gesundheit und Ernährung sollen für alle gesichert sein, um ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen.
Warum Secondhand zu mehr sozialer Gerechtigkeit beiträgt
Secondhand ist weit mehr als eine nachhaltige Einkaufsform. Es ist ein System, das Ressourcen, Chancen und Werte gerechter verteilt.
Secondhand schafft faire Chancen
Viele Menschen, auch in der Schweiz, haben nur eingeschränkten Zugang zu erschwinglichen Alltagsgütern. Secondhand eröffnet ihnen Möglichkeiten Güter für den alltäglichen Gebrauch zu erschwinglichen Preisen zu kaufen wie Kleidung, Möbel und Haushaltswaren. Die zunehmende Sensibilisierung von Secondhand trägt dazu bei, dass insbesondere Jugendliche weniger Druck verspüren Trends hinterherzujagen und finanziell über ihren eigenen Verhältnissen konsumieren.

Kreislaufwirtschaft ist gelebte soziale Verantwortung
Wenn Produkte weitergegeben statt weggeworfen werden, entsteht ein gerechteres System:
- Ressourcen werden geschont
- Die Umweltbelastung sinkt
- Funktionierende Ware bleibt im Umlauf und wird sinnvoll genutzt
- Gesellschaftlicher Konsum wird insgesamt nachhaltiger
Jeder Einkauf und jede Spende in einer brocki.ch-Filiale unterstützt diesen Kreislauf. Jeder kann zu einem nachhaltigeren Konsum in der Schweiz beitragen. Erfahre mehr zu diesem Thema im Blogbeitrag Secondhand und Kreislaufwirtschaft: Secondhand und Kreislaufwirtschaft: Ein wichtiger Beitrag zur Nachhaltigkeit.
Secondhand stärkt Gemeinschaft und Teilhabe, denn Brockis sind mehr als reine Verkaufsorte
Brockis bringen Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen zusammen. Kundinnen und Kunden treffen beim Stöbern aufeinander, kommen ins Gespräch über besondere Fundstücke und tauschen Geschichten aus. Gleichzeitig arbeiten in vielen Brockis Teams, die aus Menschen mit verschiedenen Lebenswegen bestehen – von Freiwilligen über Mitarbeitende, die in der Arbeitswelt neu Fuss fassen, bis hin zu langjährigen Fachkräften. Diese Vielfalt prägt die bunte Atmosphäre in den Filialen. So werden Brockis zu lebendigen sozialen Räumen, in denen Begegnung, Austausch und Gemeinschaft ganz selbstverständlich entstehen.
Einige Brockis verfügen auch über eine Kaffee Ecke – ein gemütlicher Ort, an dem man sich hinsetzen, zur Ruhe kommen oder eine spontane Pause einlegen kann. So entstehen ganz natürlich Begegnungen, Austausch und ein Gefühl von Gemeinschaft.
In den Filialen werden Angebote und Programme der Heilsarmee Schweiz kommuniziert und können Menschen erreichen, die Unterstützung brauchen. Einige Events, wie ein offenes Ohr, finden direkt in den Brockis statt.
Zudem fliesst der Erlös aller brocki.ch-Filialen in soziale Projekte und Angebote der Heilsarmee. Wer Secondhand kauft, unterstützt also automatisch soziale Arbeit in der Schweiz, wie Sozialbüros, Jugendprojekte, Beratung und Begleitung für Frauen in der Prositution, Lebensmittelabgaben, Wohnhilfen und viele weitere Angebote.
Aus dem Erlös des Jahres 2025 profitieren im Jahr 2026 insgesamt 25 Projekte. Erfahre mehr über diese unterstützen Angebote: Unterstützte Angebote
Weniger Neukonsum – mehr Gerechtigkeit weltweit
Weniger Neukonsum trägt dazu bei, globale Ungleichheiten zu verringern, weil er die sozialen und ökologischen Belastungen entlang der Lieferketten reduziert. Ein grosser Teil der neu produzierten Waren – insbesondere Kleidung, Elektronik oder Möbel – entsteht in Ländern, in denen Arbeitsbedingungen oft schlecht, Löhne niedrig und Umweltstandards schwach sind. Wenn wir weniger neu kaufen und stattdessen Secondhand nutzen, sinkt der Druck auf diese Produktionsketten: Es müssen weniger Rohstoffe abgebaut, weniger Menschen unter unfairen Bedingungen beschäftigt und weniger umweltschädliche Prozesse eingesetzt werden. Gleichzeitig bleibt der Wert bestehender Produkte länger erhalten und Ressourcen werden gerechter genutzt – heute und für zukünftige Generationen.
Secondhand bedeutet somit, weniger Druck für die Produktionskette, weniger Ausbeutung von Menschen, weniger Umweltbelastung und mehr Wertschätzung für bestehende Ressourcen. Damit trägt Secondhand indirekt dazu bei, globale Ungleichheiten zu reduzieren.

Fazit: Kleine Entscheidungen – grosse Wirkung
Der Welttag der sozialen Gerechtigkeit erinnert uns daran, dass wir alle Einfluss nehmen können.
Secondhand ist eine einfache, alltägliche Möglichkeit, Nachhaltigkeit, Fairness und Gemeinschaft zu stärken.
Und das Beste daran: Es macht Spass, ist individuell und tut der Umwelt wie auch der Gesellschaft gut.
Danke, dass ihr mit uns Gutes bewirkt!

Quellen: