Secondhand: Klimaschutz und Ressourcenschonung im Alltag

Secondhand: Klimaschutz und Ressourcenschonung im Alltag

Mit über 820’000 verkauften Damenoberteilen bei brocki.ch wurde ein besonders grosser Beitrag zum Klimaschutz geleistet: Insgesamt konnten rund 7’600 Tonnen CO₂e eingespart werden. Zum Vergleich: Diese Einsparung entspricht etwa 850 bis 1’000 Flugreisen rund um die Welt in der Economy Class.

Kleidung gehört zu den grössten Hebeln im nachhaltigen Konsum – und Secondhand macht diesen Hebel besonders wirkungsvoll. In der Schweiz fallen jedes Jahr rund 110’000 Tonnen Alttextilien an. Das entspricht über 12 Kilogramm pro Person – und ein grosser Teil davon wird weder wiederverwendet noch korrekt recycelt.

Doch Secondhand wirkt längst nicht nur bei Kleidung. Ob Möbel, Elektronik oder Alltagsgegenstände – überall dort, wo Produkte weitergenutzt werden, lassen sich CO₂, Wasser und wertvolle Rohstoffe einsparen. Damenoberteile sind Spitzenreiter beim CO₂e-Sparen!

Konsumverhalten in der Schweiz: Viel gekauft, wenig genutzt

Der Blick auf den Alltag zeigt ein klares Muster:
In der Schweiz kauft eine Person durchschnittlich 30–40 Kleidungsstücke pro Jahr, während gleichzeitig rund 12–15 kg Kleidung pro Person entsorgt werden.

Die Schweiz kauft viel – nutzt aber wenig. Genau hier liegt das enorme Potenzial von Secondhand.

Wenn Kleidung zu Abfall wird

Die Mengen sind beträchtlich in der Schweiz :

  • 110’000 Tonnen Altkleider pro Jahr
  • rund 65’000 Tonnen werden gesammelt (separat abgegeben, z. B. in Kleidercontainern oder Sammelstellen, damit sie wiederverwendet oder recycelt werden können)
  • zehntausende Tonnen landen im Abfall oder in der Verbrennung
  • allein in Zürich: ca. 2’000 Tonnen jährlich
  • Zusätzlich werden etwa 36’700 Tonnen Textilien verbrannt, obwohl viele davon noch tragbar wären.
Der Weg ins Ausland – und seine Folgen

Ein grosser Teil der gesammelten Kleidung verlässt die Schweiz:

  • rund 60 % werden ins Ausland exportiert (z. B. nach Afrika, Osteuropa oder Asien)
  • etwa 12 % werden direkt verbrannt

Textilmüll im Ausland: Die Kehrseite von Fast Fashion

Ein grosser Teil der exportierten Kleidung wird nicht wiedergetragen – sondern endet im Abfall. Vor allem in Ländern wie Ghana oder Kenia zeigt sich die Kehrseite von Fast Fashion besonders deutlich. Dort entstehen riesige Ansammlungen von Altkleidern, die sich teilweise zu mehreren Metern hohen Müllbergen auftürmen. Viele der Stücke sind so billig produziert, dass sie sich weder verkaufen noch sinnvoll weiterverwerten lassen.

Die Folgen sind gravierend: Die Kleidung zerfällt unter Sonne und Regen, setzt Mikroplastik und Schadstoffe frei und belastet Böden sowie Gewässer. Gleichzeitig geraten lokale Entsorgungssysteme an ihre Grenzen.

Letztlich zeigt sich hier ein zentrales Problem: Nicht Secondhand ist das eigentliche Thema – sondern die enorme Menge an kurzlebiger Fast Fashion, die überhaupt erst zu Abfall wird.

Weitere Folgen in den Empfängerländern:

  • Lokale Märkte werden durch billige Importware unter Druck gesetzt
  • Ein Teil der Kleidung wird downgecycelt oder landet auf Deponien
  • Umweltbelastung durch zusätzliche Abfälle und Verbrennung
  • Transport verursacht zusätzliche CO₂-Emissionen

Secondhand spart CO – und zwar massiv

Der grösste Umweltimpact eines Produkts entsteht bei der Herstellung. Genau hier setzt Secondhand an:

  • bis zu 80 % weniger COe pro Kleidungsstück

2025 wurden in unseren 20 brocki.ch-Filialen insgesamt 7,19 Millionen Artikel weiterverkauft – und damit 54’000 Tonnen COe eingespart.

Das entspricht etwa 2 Milliarden Luftballons – oder rund 224 Ballons pro Person in der Schweiz.

Wasserverbrauch: Unsichtbar, aber enorm

Kleidung verbraucht enorme Mengen Wasser – meist unsichtbar:

  • 2’700 Liter für ein T-Shirt
  • 7’500–10’000 Liter für eine Jeans
  • bis zu 12’000 Liter für ein Outfit

Dieses sogenannte virtuelle Wasser beschreibt die Wassermenge, die bereits in die Herstellung eines Produkts geflossen ist – vom Baumwollanbau bis zur Verarbeitung.
Ein einziges Secondhand-Outfit spart so schnell mehrere tausend Liter Wasser.

Materialien: Entscheidend für Umwelt und Kreislauf

Ein grosser Teil der heutigen Kleidung besteht aus künstlichen Fasern wie Polyester, Nylon oder Acryl.

Das Problem:

  • schwer recycelbar
  • basieren auf Erdöl
  • setzen Mikroplastik frei
  • oft kurzlebig

Zusätzlich erschweren Mischgewebe das Recycling weiter.

Bessere Alternativen:

  • Baumwolle (idealerweise biologisch)
  • Wolle
  • Leinen

Hochwertige Materialien halten länger und lassen sich besser wiederverwenden oder recyceln.

Secondhand wirkt weit über Mode hinaus

Der Effekt von Secondhand ist nicht auf Kleidung beschränkt:

Möbel

  • sparen Holz und Energie
  • oft jahrzehntelang nutzbar

Elektronik

  • sehr hoher CO₂-Fussabdruck in der Produktion
  • Wiederverwendung spart seltene Rohstoffe

Alltagsgegenstände

  • grosser Gesamteffekt durch Masse
  • vermeiden unnötige Neuproduktion

Das nachhaltigste Produkt ist nicht das neu produzierte – sondern das, das bereits existiert.

Denn jede Entscheidung für Secondhand spart CO₂, Wasser und Ressourcen – und stärkt die Kreislaufwirtschaft